Bundeskanzler Merz (CDU) hat Ärztinnen und Ärzte in einer TV-Sendung "Nutznießer" des Gesundheitssystems genannt. Aus Baden-Württemberg bekommt er dafür viel Kritik.
Ich finde die Äußerung auch deshalb so katastrophal, weil sie neben der Respektlosigkeit auch ein falsches Verständnis des Gesundheitswesens offenbart. Das System, auf das sich Merz in seiner Antwort bezieht, ist ja vorrangig das der GKV, bei der Ärztinnen ihre Behandlungen mit den kassenärztlichen Vereinigungen (und darüber mit den GKVn) abrechnen, die die Vergütungen festlegen (oder genauer: die Wertigkeit, die bestimmte Behandlungen insgesamt haben).
Nun weiß aber jeder, der schonmal mit einer Ärztin gesprochen hat, dass die Entlohnung, die man für die Behandlung von Patientinnen in der GKV bekommt, alles andere als üppig ist und es sogar Fälle gibt, in denen Behandlungen gar nicht vergütet werden (z.B. wenn bestimmte Pauschbeträge ausgereizt sind). Ärztinnen verdienen also teilweise gar nichts an der Behandlung und zahlen manchmal sogar drauf. Im Vergleich zu PKV (oder Selbstzahlern) ist die Behandlung von Patientinnen in der GKV also im Schnitt weniger lukrativ - ein häufig diskutiertes Problem - sodass Ärztinnen, die moralisch richtig handeln und GKV/PKV gleich behandeln, finanziell benachteiligt werden.
Es ist also keinesfalls so, dass Ärztinnen die großen Nutznießer des “Systems” sind. Im Gegenteil: Durch die enorme Schieflage zwischen GKV und PKV, deren Behebung die CDU und Merz hartnäckig verweigern, bestraft das System genau diejenigen Ärztinnen, die sich gemäß ihres gesellschaftlichen Auftrags am ehrlichsten damit auseinandersetzen.
Ich finde die Äußerung auch deshalb so katastrophal, weil sie neben der Respektlosigkeit auch ein falsches Verständnis des Gesundheitswesens offenbart. Das System, auf das sich Merz in seiner Antwort bezieht, ist ja vorrangig das der GKV, bei der Ärztinnen ihre Behandlungen mit den kassenärztlichen Vereinigungen (und darüber mit den GKVn) abrechnen, die die Vergütungen festlegen (oder genauer: die Wertigkeit, die bestimmte Behandlungen insgesamt haben).
Nun weiß aber jeder, der schonmal mit einer Ärztin gesprochen hat, dass die Entlohnung, die man für die Behandlung von Patientinnen in der GKV bekommt, alles andere als üppig ist und es sogar Fälle gibt, in denen Behandlungen gar nicht vergütet werden (z.B. wenn bestimmte Pauschbeträge ausgereizt sind). Ärztinnen verdienen also teilweise gar nichts an der Behandlung und zahlen manchmal sogar drauf. Im Vergleich zu PKV (oder Selbstzahlern) ist die Behandlung von Patientinnen in der GKV also im Schnitt weniger lukrativ - ein häufig diskutiertes Problem - sodass Ärztinnen, die moralisch richtig handeln und GKV/PKV gleich behandeln, finanziell benachteiligt werden.
Es ist also keinesfalls so, dass Ärztinnen die großen Nutznießer des “Systems” sind. Im Gegenteil: Durch die enorme Schieflage zwischen GKV und PKV, deren Behebung die CDU und Merz hartnäckig verweigern, bestraft das System genau diejenigen Ärztinnen, die sich gemäß ihres gesellschaftlichen Auftrags am ehrlichsten damit auseinandersetzen.