Die Vorbereitung lief über Monate. Abstimmungen mit Sozialministerium, Bildungsministerium, Innenministerium, Staatskanzlei. Fünf bis sechs Migrantenorganisationen sollten teilnehmen. Ehrenamtliche haben Urlaub genommen. Sie haben ihre Zeit investiert, ihre Energie, oft auch ihr eigenes Geld. Die kurzfristige Absage behandelt dieses Engagement mit Respektlosigkeit.

Die Staatskanzlei begründet die Absage mit der bevorstehenden Amtsübergabe. LAMSA lässt das nicht gelten. Ein Wechsel an der Spitze bedeutet nicht, dass Arbeitsstrukturen zusammenbrechen. Die Staatskanzlei bleibt handlungsfähig. Migration bleibt Thema. Was fehlt, ist nicht die Möglichkeit zum Gespräch. Was fehlt, ist der Wille.

Dass kein Alternativtermin mit dem designierten Nachfolger angeboten wurde, macht die Sache schlimmer. Ende Januar wird der neue Ministerpräsident gewählt. 2026 ist Wahljahr in Sachsen-Anhalt. Die politische Lage für Demokratie und Zivilgesellschaft ist so angespannt wie selten zuvor. Gerade jetzt wäre Dialog notwendig. Stattdessen: Funkstille.

Was LAMSA besonders trifft, ist das Muster dahinter. Migration wird in Sachsen-Anhalt pausenlos verhandelt, in Talkshows, in Landtagsdebatten, in Wahlkämpfen. Aber nicht mit denen, um die es geht. Über Migrant*innen wird geredet. Mit ihnen wird nicht gesprochen. Sie werden in eine Ecke geschoben. Sie sind das Problem, nie der Partner. Das ist symptomatisch.

    • brewbart@feddit.org
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      3
      ·
      4 days ago

      Du hast gewarnt, ich hörte nicht. Zuerst dachte ich mir “okay, Deppen aber fleißige Tastenknechte droppen Fakten, gut” und dann sehe ich wie weit das unten geht.

      Ich unterstütze die Warnung