

Ich übe mich in Resilienz, in lächelndem Gleichmut und Achtsamkeit. Es ist mir nicht egal, was passiert, aber ich muss genau hinsehen, was mich erreicht und was ich selbst bewirken kann. Die Unzufriedenheit über Dinge, die ich nicht ändern kann, schadet mir.
Inspiriert vom Gedicht “there’s laundry to do and a genocide to stop”: Ich werde nicht die großen Probleme unserer Zeit lösen (können), sofern ich nicht mein Leben vollständig umwerfe - und das wird nicht ohne dramatische Einflüsse passieren.
Ich muss also lernen, dass ich mache was ich kann, und dass dennoch Dinge nicht in meiner Macht liegen.
Daher meditiere ich, übe mich im Freuen an meinen Hobbies und meiner Familie, engagiere mich in einer gemeinnützigen Organisation, lege öfter mal das Handy ganz weit weg und hole mir mein “Erspartes” von den grauen Herren zurück, indem ich mich ab und zu mal von der Langeweile einnehmen und die Dinge ihre Zeit dauern lasse.
Ich glaube: Ich versuche, in dem bisschen Zeit, die mir bleibt, für “meine Menschen” und mich selbst der beste Mensch zu sein, anstatt der für andere am wenigsten belastende Mensch. Die Welt wird nicht besser davon, dass ich nervös und wütend und zynisch bin - aber meine Welt wird es, wenn ich meinen Weg in Ruhe gehe.
Das schaffe ich zwar nicht oft, aber es wird.
Schritt, Atemzug, Besenstrich.
Ich finde das nicht naiv, sondern konsequent, weil man sich ja schützen will. Ich vermeide auch zurzeit Nachrichten und verschiedene Communities, weil ich sonst selber diese Stimmung entwickle und ausstrahle.
Ich glaube manchmal, dass wir mit all dem drohenden Unheil übersehen, dass nicht alles davon, nicht alles gleich heftig und nicht alles zur gleichen Zeit passieren wird.
Und nur, weil ich meine Plattitüden so mag: Natürlich gibt es ein Morgen. Und dann noch eins. Und noch eins. Und wie heute auch werden wir im Morgen aufwachen und das Heute leben, das uns unser Gestern beschert hat.