Es war irgendwann in der Zeit als die Corona-Zeit zwar noch nicht vorbei war, aber die größten Verwüstungen vorerst etwas gelindert waren. Als die ersten Leute geimpft waren, als die Ausgangssperren nicht mehr waren und es auch nicht mehr Winter war. Da erzählten dann die ersten Freunde, dass es ihnen in dieser Zeit gar überhaupt nicht so gut gegangen ist. Man hörte von den ersten Bekannten, die in Therapie oder einer Klinik gegangen sind und hat es von anderen mitbekommen, dass die es auch hart nötig gehabt hätten. Aber erstmal haben die Leute geschwiegen und es in sich rein gefressen.

Und jetzt? Jetzt habe ich das Gefühl, dass in diesem aktuellen Wahnsinn gerade die psychischen Verwüstungen auch anfangen. Ich hab es bei ein, zwei Freunden bemerkt, die nicht drüber sprechen, aber wenn man sie kennt, merkt man, dass sie gerade mächtig knabbern. Das die Sicherheit komplett zerfetzt wurde, ganze Weltbilder ins Wanken geraten, die Unsicherheit Ängste macht.

Also: Wie geht ihr mit der ganzen Geschichte rund um Krieg, Trump, Wirtschaftskrise, Grönlandgier, Techimperialismus und Faschismus um? Wie geht es euch?

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    6 days ago

    Der Krieg ist noch nicht direkt hier, Amerika ist nicht mehr der (west-)deutsche Suzerän wie vor 1990 und die Gefahr in Grönland bringt Europa sicherheitspolitisch enger zusammen.

    Der Krieg gegen die Ukraine nagt irgendwie an mir. Ich war vor 2022 der festen Überzeugung eine Europäische Armee wäre eine Bedrohung - nach innen und nach außen. Heute halte ich diese Überzeugung für naiv. Ich wusste vorher eigentlich schon, in kleinerem Maßstab, dass Pazifismus oft für Defätismus und Passivität missbraucht wird. Andererseits ist eine Armee auch ein Instrument, das schnell in die falschen Hände gerät. Ein wirklich geeintes, selbstbewusstes Europa wäre ein noch arroganteres Objekt als es so schon ist und war.