Es war irgendwann in der Zeit als die Corona-Zeit zwar noch nicht vorbei war, aber die größten Verwüstungen vorerst etwas gelindert waren. Als die ersten Leute geimpft waren, als die Ausgangssperren nicht mehr waren und es auch nicht mehr Winter war. Da erzählten dann die ersten Freunde, dass es ihnen in dieser Zeit gar überhaupt nicht so gut gegangen ist. Man hörte von den ersten Bekannten, die in Therapie oder einer Klinik gegangen sind und hat es von anderen mitbekommen, dass die es auch hart nötig gehabt hätten. Aber erstmal haben die Leute geschwiegen und es in sich rein gefressen.

Und jetzt? Jetzt habe ich das Gefühl, dass in diesem aktuellen Wahnsinn gerade die psychischen Verwüstungen auch anfangen. Ich hab es bei ein, zwei Freunden bemerkt, die nicht drüber sprechen, aber wenn man sie kennt, merkt man, dass sie gerade mächtig knabbern. Das die Sicherheit komplett zerfetzt wurde, ganze Weltbilder ins Wanken geraten, die Unsicherheit Ängste macht.

Also: Wie geht ihr mit der ganzen Geschichte rund um Krieg, Trump, Wirtschaftskrise, Grönlandgier, Techimperialismus und Faschismus um? Wie geht es euch?

  • glorkon@lemmy.world
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    4 days ago

    Es ist jetzt auch nichts, was mich reich macht, aber ja, klar. Ich habe z.B. einen nicht trivialen Beitrag geleistet, als dieser Spinner hier die Berliner Kältebusse angezündet hat.

    Was mich viel mehr erschreckt, ist was ich an mir selbst beobachte: Sogar bei den eigenen guten Taten hat man Angst, dass sie irgendwie jemandem aus dem von mir eingangs erwähnten Personenkreis zugute kommen; also jemandem, der für die ganze Misere einen mehr oder minder kleinen Anteil der Schuld trägt. Und dann lässt man das Spenden plötzlich sein.

    Es fühlt sich scheiße an, nichts gutes zu tun, aber es würde sich auch richtig scheiße anfühlen, irgendeinem dummen AfDler versehentlich auch nur einen einzigen Cent zu geben. Es ist wirklich ein wenig schizophren.