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            16 days ago

            Hachja, soziale und humane Grundrechte, z.B. noch die letzten Todesstrafen auf deutschem Boden, offen wie verborgen, durchgeführt. Arbeitszwang für sog. Asoziale. Schuss in Rücken bei der widerrechtlichen Ausreise. So Human.

          • алсааас [she/her]@lemmy.dbzer0.com
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            17 days ago

            Trotz aller Fehler und Exzesse, war die DDR der einzige real existierende (wenn auch deformierter) Sozialismus auf deutschem Boden; das ist historischer Fakt.

            Edit:


            So hatte die DDR auch deutlich bessere Menschenrechte z.B. für Frauen, Schwule, Lesben und trans Personen, als die BRD es zu der Zeit hatte.
            Von Vollbeschäftigung, gleichem Zugang zu Bildung, Kultur und Gesundheit, und vor allem der faktischen Abschaffung der Obdachlosigkeit, muss ich ja garnicht sprechen.

            Das MfS ist außerdem was die Überwachungsmöglichkeiten angeht ein feuchter Pups zum heutigen NSA, den vierzehn Augen und was Firmen und Konzerne alles machen.
            Natürlich hatte dieses Exzesse bis zum geht nicht mehr, genauso wie die Kaste an privilegierten Bürokraten sich wie Parasiten verhalten haben.
            Jedoch hat das die Errungenschaften nicht zunichte gemacht


            Und wir sind wieder in der Reddit.org “links”-liberalen Besatzungszone angekommen 🚨🚨🚨

            • Obin@feddit.org
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              18 days ago

              Trotz aller Fehler und Exzesse, war die DDR der einzige real existierende (wenn auch deformierter) Sozialismus auf deutschem Boden;

              Gut, das ist ein Thema über das man sich bekanntermaßen ewig streiten kann, aber IMHO machen Werkzeuge in der Flagge und stellenweise rote Farbgebung einen Staatskapitalismus mit Planwirtschaft noch lange nicht zu Sozialismus. Wenn du dir anschaust wie skrupellos die DDR mit ihren Bürgern umgegangen ist, nur für ein paar miese (Divisen-) Kröten zu machen (Chemieabfälle in Wohngebieten entsorgt, Frauen für Wessie-Geschäftsleute zwangsprostituiert, usw.), dann wird das schnell klar. Und der absolute Grundpfeiler des Sozialismus (Produktionsmittel in Arbeiterhand) war in der DDR nicht mal abstrakt und im Ansatz erfüllt.

              Das einzige wie man sich das irgendwie verworren hinbiegen kann ist wenn man den Tanky-Erzählungen von dringend notwendigen Avantgarde-Parteien folgt, die erstmal notgedrungen über den Kopf der Arbeiter hinweg das beste für das Volk tun müssen (was zufälligerweise immer ziemlich scheiße für das Volk endet), weil sonst der bourgeoise Einfluss des faschistischen Auslands die Revolution wieder untergräbt. Aber das verliert nach mehreren Jahrzehnten auch irgendwo Zugkraft, wenn es denn überhaupt jemals Sinn macht.

              Also nein, genau so wenig wie jeder andere selbsterklärt kommunistische Staat war die DDR nicht sozialistisch. Der einzige reale Sozialismus existiert versprenkelt hier und da in Kooperativen, Genossenschaften, Kommunen und sozialwissenschaftlichen Pilotprojekten. Das ist das traurige: Wir wissen, dass all diese Dinge funktionieren, aber durch die ganzen historischen Negativbeispiele, die sich Sozialismus auf die Fahne geschrieben haben, aber ihn nie auch nur ernsthaft versucht haben ihn umzusetzen ist jede Diskussion immer verwässert und anstrengend.

              • azolus@slrpnk.net
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                18 days ago

                Man kann die DDR für all ihre Fehler kritisieren, ihren repressiven Charakter anprangern, meinetwegen auch froh sein, dass sie nicht mehr existiert und dennoch feststellen, das sie progressive Elemente enthielt, die im Vergleich zur heutigen Gesellschaftsordnung besser waren.

                • sehr geringe Mieten, jede:r hatte ein Dach überm Kopf und es gab praktisch keine Obdachlosigkeit
                • Kinderbetreuungsangebote waren viel besser und für die breite Bevölkerung zugänglich
                • die Emanzipation der Frau war viel, viel weiter als in der BRD
                • breiter Zugang zu Bildung, Kunst und Kultur für Arbeiter:innen

                All dies war trotz der zu Beginn vergleichsweise schwachen Industrialisierung; westlichen Handelsembargos und der damit einhergehenden Ressourcenknappheit möglich. Eine differenzierte Betrachtung der DDR macht einen nicht zum unkritischen Regimefreund und wer den Sozialismus fordert, wünscht sich nicht automatisch die autoritäre SED-Herrschaft wieder herbei.

                • foenkyfjutschah@programming.dev
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                  16 days ago

                  All dies war trotz der zu Beginn vergleichsweise schwachen Industrialisierung

                  dieser aspekt ist immer völlig unterbeleuchtet und ich wiederhole es gerne: diese 17 millionen des tätervolks haben alleine die gesamten reparationen der Sowjetunion getragen, was faktisch eine weitgehende deindustrialisierung war. die anderen bekamen investitionen aus dem Marshall-fond. das mobile, zusammengeraubte kapital war in den westen geflüchtet.

                • Quittenbrot@feddit.org
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                  17 days ago

                  All dies war trotz der zu Beginn vergleichsweise schwachen Industrialisierung; westlichen Handelsembargos und der damit einhergehenden Ressourcenknappheit möglich.

                  Ohne Häme: wäre es wirklich möglich gewesen, würde es die DDR heute noch geben.

                  Stattdessen hat die DDR eine Scheinwelt aufrechterhalten, die sie am Ende schlicht nicht mehr finanzieren konnte.

                  Sie hat die Substanz aufgebraucht, bis nichts mehr da war und ist deshalb letztlich an sich selbst kollabiert. Wäre die Wiedervereinigung nicht gekommen, hätte sie sich selbst massiv reformieren und ihre Bürger selber mit der neuen harten Realität konfrontieren müssen.

                  Stattdessen hat das wiederverinigte Deutschland diese Reformen und diese Last übernommen und bei allen Fehlern, die dabei von Wessi-Seite gemacht wurden, ist es auch ein bisschen unehrlich, die Auswirkungen von 40 Jahren Raubbau nun primär dem Land zuzuschustern, das ab 1990 die Suppe auslöffeln durfte.

                  Man muss auch halten können, was man den Leuten verspricht.

                  • Aequitas@feddit.org
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                    17 days ago

                    Man kann aber auch nicht einfach ignorieren, dass sämtliche Staaten, die sich als sozialistisch bezeichnet haben, extremem externen Druck ausgesetzt waren. Man könnte das Argument umdrehen und sagen: Wenn das nicht funktioniert hat, warum wurden dann hunderte Milliarden investiert, Regierungen weggeputscht und jede erdenkliche Sanktion erlassen?

                  • azolus@slrpnk.net
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                    16 days ago

                    Sie hat die Substanz aufgebraucht, bis nichts mehr da war […]

                    Wo kam diese Substanz her? Nach dem 2. WK hatte die UdSSR die verbleibenden Industrieanlagen als Reparation abgezogen und die junge DDR als deinstrialisiertes Land in Trümmern im Wesentlichen sich selbst überlassen. Erst wesentlich später, nachdem der ursprünglich angestrebte Schachzug “DDR liquidieren und dadurch ein blockfreies, wiedervereintes Deutschland schaffen” vom Tisch war (Westmächte sagen Nein) und eine von Amerika mit Finanzspritzen vollgepumpte BRD im Aufschwung war, hat man in Moskau eingesehen, dass die DDR zumindest mit einer ausreichenden Menge an Rohstoffen beliefert werden sollte, damit diese sich industriell entwickelt. Das tat sie auch sehr betrachtlich, weshalb sie in ihrer Endphase tatsächlich von ihrer Substanz leben konnte.

                    Die ökonomischen Gründe für den Niedergang der DDR waren die Isolation vom Weltmarkt und die ökonomische Desintegration bzw. allgemein schlechte Koordination des RGW (alle kochen ihr eigenes Süppchen), die vor allem ab der 2. Ölkrise zu wachsender Staatsverschuldung und damit sinkender Innovationskraft (man sparte an der Innovation, um Kredite zu bedienen) und Wettbewerbsfähigkeit in einen Teufelskreis führte.

                    Keine Ahnung was dein Punkt ist. Der Sozialismus ist kein Zauberstab, der alle ökonomischen Probleme verschwinden lässt. Eine kapitalistische Marktwirtschaft in der DDR hätte unter den gleichen Bedingungen zur massiven Verelendung der Bevölkerung mit ebenfalls darauf folgendem Kollaps geführt. Dass die Menschen dort trotz der prekären Lage vergleichsweise materiell gut leben konnten ist in meinen Augen ein Plus- und kein Minuspunkt.

                    Stattdessen hat das wiederverinigte Deutschland diese Reformen und diese Last übernommen

                    Nö. Das westdeutsche Kapital hat sich am Staatseigentum der DDR gesundgeplündert und es wurden ein paar Investitionen in die Infrastruktur gesteckt. Die Ostbundesländer sind nachwievor ziemlich am Arsch, haben kaum ein industrielles Standbein, einen geringeren Lebensstandard, ein geringeres Lohnniveau und bluten Fachkräfte nach Westen. Die Hoffnungslosigkeit auf Besserung und Desillusionierung mit dem politischen System im Osten ist genau der Nährboden, den Demagogen brauchen um zu verfangen.

                    […] ist es auch ein bisschen unehrlich, die Auswirkungen von 40 Jahren Raubbau […]

                    Die BRD hätte vielfach die ökonomischen Mittel, um in den 35 Jahren seit Absorption der Ostbundesländer die strukturellen Defizite auszugleichen. Warum fliegt uns denn der Osten gerade um die Ohren?

                    Man muss auch halten können, was man den Leuten verspricht.

                    Ja, sollte man.

              • алсааас [she/her]@lemmy.dbzer0.com
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                18 days ago

                Jagut ich nicht, aber mein Stiefopa schon und der Rest der Familie kommt aus der UdSSR…

                (Bin deutsche Russin, hier geboren, aufgewachsen etc.; aber halt Russin.
                Und bitte bleibt mir mit der Russophobie und “Putinagentin” fern, danke 🙃)

                • RanzigFettreduziert@feddit.orgM
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                  18 days ago

                  Bin deutsche Russin, hier geboren, aufgewachsen etc.; aber halt Russin.
                  Und bitte bleibt mir mit der Russophobie und “Putinagentin” fern, danke 🙃

                  Alles gut, ich beurteile Menschen nicht nach Herkunft.

                  Nur als Denkanstoß, wie kann sich ein Staat sozialistisch nennen, wenn:

                  • er seine eigenen Bürger an der Grenze erschießt
                  • er nur eine Marionette eines anderen Staates ist
                  • Kinder von unliebsamen Bürgern Zwangsadoptiert
                  • Jugendliche, die unbequem sind in Umerziehungslager (Jugendwerkhof) steckt
                  • sich die Bürger selbst bespitzeln (IMs) und anscheißen
                  • ein systemkririscher Witz deine Zukunft zerstören kann
                  • azolus@slrpnk.net
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                    18 days ago

                    Sozialismus ist kein utopischer Begriff, der abstrakt das moralisch Gute, Gerechte etc. meint, sondern bedeutet zuallererst die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und dadurch die politische und ökonomische Entmachtung der Bourgeoisie. Das war in der DDR durchaus gegeben, wennauch man die Bürokratisierung und den repressiven Charakter der DDR scharf kritisieren kann.

        • Aniki@feddit.org
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          18 days ago

          Mit Reformismus wird sich auf jeden Fall nichts bewegen

          Zu sagen, dass man mit Reformismus nichts bewirkt, sondern nur durch Revolution, ist so wie zu sagen, dass man mit Zügen keine Waren verschieben kann, sondern nur durch Teleportation.

          • azolus@slrpnk.net
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            17 days ago

            Reformen mitzutragen, die das alltägliche Leben der Arbeitenden erträglicher machen, steht nicht im Widerspruch dazu, den Reformismus abzulehnen, der die Aussöhnung mit dem kapitalistischen System, dass man lediglich humaner machen und mitverwalten statt überwinden will, bedeutet.

            Der Reformismus erklärt die Sozialreform, die vorher nur ein Mittel des Klassenkampfes war, zum Selbstzweck, wodurch die Aufhebung der kapitalistischen Eigentumsordnung im besten Fall zu einem abstrakten Ziel in der Zukunft wird (das durch die Aufgabe des Klassenkampfes nie erreicht werden kann) und im schlimmsten Fall für überflüssig erklärt wird (Kapitalismus mit bisschen Sozialstaat als Ausgleich passt schon).

            • Aniki@feddit.org
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              16 days ago

              Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso der Begriff “Kapitalismus” so abwertend gebraucht wird. Kapitalismus bedeutet nur, dass Unternehmen versuchen, so effizient wie möglich zu produzieren (d.h. maximale Differenz zwischen Einnahmen und Kosten). Dass das die Löhne so weit als möglich senkt, ist mir klar.

              Dennoch denke ich, dass die korrekte Lösung des Problems ist, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen (oder etwas ähnliches wie Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden, wie Gesundheitssystem, Schulen, Straßen, …). Das ist es auch, was ich mit “Sozialismus” meine: dass sich der Staat um die Menschen kümmert.

              Das hat jedoch nichts mit der “Aufhebung des Privateigentums” oder der “Kollektivierung der Produktionsmittel” zu tun. Das sind völlig unabhängige Dinge. Ich möchte nicht, dass mein (kleiner, überschaubarer) Privatbesitz (inkl. Wohnung, Kleidung, Zahnbürste) aufgehoben wird. Dazu kommt noch, dass ich denke, dass es richtig ist, dass Unternehmen versuchen, so effizient wie möglich zu produzieren, besonders wenn es den effizienten Umgang mit materiellen Ressourcen betrifft, z.B. Erdöl, Stahl, Getreide. Demnach unterstütze ich den Kapitalismus, ich denke nur, dass es eben neben dem Kapitalismus zusätzliche Unterstützungen für die Menschen braucht.

              • killingspark@feddit.org
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                16 days ago

                Das hat jedoch nichts mit der “Aufhebung des Privateigentums” oder der “Kollektivierung der Produktionsmittel” zu tun. Das sind völlig unabhängige Dinge. Ich möchte nicht, dass mein (kleiner, überschaubarer) Privatbesitz (inkl. Wohnung, Kleidung, Zahnbürste) aufgehoben wird.

                Das ist nicht gemeint. Es wird dabei zwischen privatem und persönlichem Eigentum unterschieden. Es geht lediglich um Eigentum, das produktiv genutzt wird (im Sinne von, zur Arbeit genutzt) oder das für Renten verwendet wird (einnahmen, ohne dass Arbeit passiert. Z.B. Mietwohnungen) das aufgelöst werden soll.

                Dazu kommt noch, dass ich denke, dass es richtig ist, dass Unternehmen versuchen, so effizient wie möglich zu produzieren, besonders wenn es den effizienten Umgang mit materiellen Ressourcen betrifft, z.B. Erdöl, Stahl, Getreide.

                Natürlich ist das sinnvoll. Das hat aber nichts mit Kapitalismus zu tun. Auch Betriebe die den Arbeitern gehören konkurrieren gegeneinander um die effizientesten Methoden. Sogar in einer kompletten Planwirtschaft gibt es diese Konkurrenz, der Anreiz wäre hier möglichst wenig Arbeit zu haben um den Plan zu erfüllen.

                Kapitalismus ist nicht gleich “freier Markt”. Kapitalismus ist: Besitz wird von Leuten verwendet um von anderen Arbeitskraft abzutrotzen. Fast alles andere was man so mit dem Kapitalismus verbindet ist nicht zwingend mit diesem Kern verbunden.

                Edit:

                Insbesondere ist im Kapitalismus nichtmal zwingend gegeben, dass die Firmen möglichst effizient Arbeiten. Staatliche Kontrolle gegen Monopolausnutzung und gegen Kartellbildungen sind ja genau deshalb notwendig um die Firmen dazu zu zwingen zu konkurrieren.

        • azolus@slrpnk.net
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          18 days ago

          Das sehe ich zwar auch so, bisher haben mich die Positionierung der DKP und MLPD (anti-monopolistische Strategie, campistisch angehauchte Imperialismustheorie, mMn in Teilen der Partei eigenartige Verklärung des Stalinismus) jedoch nicht so überzeugt. Ich sehe hier zwar eine höhere Chance auf inhaltliche Erneuerung als bei der PdL aber bisher haben mich diese Punkte eher abgeschreckt. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass diese Eindrücke großteils auf bisher nur wenigen oberflächlichen Erfahrungen und Gesprächen mit Einzelpersonen beruhen.

          Außerdem friendly reminder an die anderen, dass die berliner Linkspartei (so auch wie einige andere Landesverbände) in der Vergangenheit Privatisierungen und neoliberale Reformen mitgetragen hat und deshalb selbst das Kriterium “sozialdemokratisch/linksreformistisch” nicht mehr in Gänze erfüllt.

          • алсааас [she/her]@lemmy.dbzer0.com
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            18 days ago

            Ein erfrischinder actually linker Kommentar hier im deutschsprachigen Lemmy?! Waow (based based based) 😳😳

            Die PdL passt leider zu Hans Eislers “Der Schlimmste Feind”, wie die Faust auf Auge…
            Werde die erstmal weiterhin wählen though… (ohne aber jegliche Illusionen, dass das groß irgendetwas verbessert.)

            Die MLPD wäre mir auch nicht geheuer (vor allem wegen deren Tendenz zu Sektierertum und Dogmatismus), aber sehe mich in Zukunft hoffentlich dabei die DKP zu erneuern (aber nicht im revisionistischen Sinne).

            • azolus@slrpnk.net
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              18 days ago

              Denke da ist leider etwas dran. Die PdL ist aktuell ein Sammelbecken für die deutsche Linke vom Linksliberalismus bis Sozialismus geworden, die aber ihre sozialistischen Elemente leider assimiliert bzw. kleinhält und voll auf Realpolitik/Regierungsfähigkeit zusteuert. Die antiimperialistischen, sozialistischen Genoss:innen in der Partei vertreten ja auch gute und richtige Positionen, aber die Führung der Partei kämpft da hart dagegen an und ist strukturell echt fest im Sattel.

              Die Rolle der PdL war es in der Vergangenheit leider oft, Klassenkampf in “verträgliche” Bahnen zu lenken, wo er dann in büroktatischen Ausschüssen erstickt oder mit Kompromisslösungen befriedet wird. Reformistisches Stellvertretertum a la “Wir werden in unserer Gnädigkeit das Leben für euch besser machen, wenn wir regieren. Also wählt uns doch bitte und überlasst uns den Rest.” bei gleichzeitiger Vernachlässigung authentischer Klassenkämpfe (bis auf ein paar symbolische Posts und ab und an mal Vorbeischauen) gegen Militarisierung, Imperialismus usw. ist aber eine Sackgasse. Der Fokus muss - selbst für einen reformistischen Ansatz - auf Massenmobilisierung liegen und nicht auf Regierungsfähigkeit.

              Ich werde mich auf jeden Fall in nächster Zeit mit verschiedenen Orgas auseinandersetzen und gucken, inwieweit ich mich da inhaltlich sehe. Entsprechende Berührungspunkte und Kontakte gibts ja eh immer; man kennt sich ja von Demos. Manch ein Vorurteil könnte sich ja als unbegründet herausstellen. Der große Vorteil bei marxistischen Orgas ist ja, dass es zumindest ein Fundament für Gespräche und zum Argumentieren gibt, auf das man sich rückbesinnen kann.

              • алсааас [she/her]@lemmy.dbzer0.com
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                18 days ago

                Freue mich wieder echt über deinen Kommentar :)

                Wenn zu möchtests, kannst du mir gerne deine Erkenntnisse mitteilen, kannst mich auf Matrix kontaktieren, müsste in meinem Lemmy Profil verlinkt sein.

                Wenn das nicht klappt schreibe ich gerne ne DM mit dem Matrix Username.

                (Muss natürlich aber nicht sein und ist alles optional /gen (!))

              • azolus@slrpnk.net
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                16 days ago

                Naja der gesamtzivilisatorische Kollaps kommt mit dem Fortbestand des Kapitalismus spätestens durch den Klimawandel aber you go girl

                • brainwashed@feddit.org
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                  16 days ago

                  Bin garkein Mädchen. Und diese Kollaps Fantasien finde ich immer recht befremdlich. Club of Rome lag schon 50 Jahre lang falsch, aber bestimmt geht jetzt gleich demnächst die Welt unter und der Sozialismus rettet uns, trotz historisch grandios schlechter Umweltbilanz.

                  • azolus@slrpnk.net
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                    16 days ago

                    historisch grandios schlechter Umweltbilanz

                    1.) Ist die Umweltbilanz des Kapitalismus mehrere Größenordnungen schlimmer, 2.) kann eine sozialistische Gesellschaft einfach entscheiden, dass die Produktion so oder so umgestellt werden soll, was im Kapitalismus nicht möglich ist ohne am übermächtigen Widerstand der betroffenen Kapitalisten zu scheitern. China ist zwar kein vollständig sozialistischer Staat und vor allem kein politisches Vorbild, hat aber zumindest in seiner Planwirtschaft demonstriert, dass rapide Dekarbonisierung möglich ist, wenn die Produktivkräfte darauf ausgerichtet werden.

                    Und diese Kollaps Fantasien finde ich immer recht befremdlich.

                    Kannst dich ja mal mit dem Gaga-Marxisten Thallinger (Vorstandsmitglied Allianz) auseinandersetzen, der selbst vor einem “wirtschaftlichen und zivilisatorischen Kollaps” warnt.

                    https://www.merkur.de/wirtschaft/welt-in-flammen-ist-nicht-versicherbar-allianz-vorstand-sendet-dringende-warnung-93682371.html

                    Der aktuelle Kurs steht auf 3 Grad bis 2050. Wir werden große Teile der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen verlieren. Hier werden 1/3 als durchaus realistisch angesehen falls wir bei über 2 Grad landen. Zwar produzieren wir jetzt schon mehr Nahrungsmittel, als zum Ernähren der Weltbevölkerung nötig wären, allerdings verhungern jährlich ~10 mio Menschen, weil Nahrungamittelproduktion nicht das Ziel hat, Menschen satt zu machen, sondern Gewinn zu erwirtschaften. Der Kapitalismus tötet Menschen durch Hunger und das wird in Zukunft noch schlimmer werden.

                    Auf Überflutungen, monatelange Hitzewellen, härteren Unwetterkatastrophen, hunderte Millionen von Flüchtlingen, den Einzug tropischer Krankheiten usw. möchte ich nicht mehr genauer eingehen. Es ist schlicht empirisch belegt, dass ein radikaler Umbau unserer Wirtschaft innerhalb der nächsten Jahre nötig ist, um eine einigermaßen erträgliche Zukunft für die Menschheit zu ermöglichen. Es gibt keinen einzigen Anhaltspunkt dafür, dass wir die dafür nötigen Schritte im kapitalistischen System rechtzeitig hinbekommen werden, das durch den internationalen Wettbewerb gar nicht anders kann als zu expandieren (ewiges Wachstum oder Krise) und dabei immer krassere Umweltterstörung mit sich zu bringen. Im Gegenteil zeichnet sich ab, dass über Lobbyismus, reaktionäre Propaganda usw. das fossile Kapital lieber die Menschheit mit in den Abgrund reißen will als freiwillig langsam ersetzt zu werden - und die Politik macht sich nur allzu eifrig zu ihren Erfüllungsgehilfen. Der notwendige Umbau der Wirtschaft muss also beherzt, koordiniert und vor allem gegen den Widerstand des Bürgertums durchgeführt werden. Das ist im Rahmen der bürgerlichen Klassenherrschaft nicht möglich.

                    Aber auch abgesehen von diesen humanistischen Spinnereien werden die ökonomischen Schäden in die hunderte von Milliarden gehen alleine für die BRD. Dieser weltweite ökonomische Druck wird mit Sicherheit eine unfassbar destruktive Wirtschaftskrise und allgemeine Verelendung der Bevölkerung hervorrufen; eine Krise, die nicht transient, sondern permanent ist und aus der deshalb eine vollständige Erholung unmöglich ist.

                    Aber ja, der allgemeine Niedergang der Zivilisation in einer aus den Fugen geratenden Welt ist natürlich kein Grund zur Sorge.